Projekt Interkulturelle Öffnung

- Projekt Interkulturelle Öffnung
Eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist oft durch fehlende Zielgruppenkompetenz der Arbeitsmarktakteure oder durch diskriminierende Rahmenbedingungen belastet. Ziel des Projekts ist es, in Kooperation mit Grundsicherungsstellen, Unternehmen und Bildungsträgern die Strukturen in der Region Holstein interkulturell zu öffnen und so mittelbar eine verbesserte Erwerbsintegration von Flüchtlingen und anderen MigrantInnen zu erreichen.
Das Projekt Interkulturelle Öffnung bietet dazu Schulungen, Einzelveranstaltungen sowie Materialien zur Förderung der interkulturellen Kompetenz von MultiplikatorInnen in Institutionen an. Die Schulungen werden je nach Abfrage über einige Wochen oder Monate durchgeführt und zielen auf die Verbesserung der innerbetrieblichen Teamsituation oder auf die klientenorientierte Kommunikation. Sie richten sich an Behörden, ArbeitgeberInnen, Kammern, Arbeitsverwaltung, Weiterbildungsträger und soziale Einrichtungen. Die Schulungsangebote werden durch Publikationen und öffentliche Veranstaltungen ergänzt.
Kontakt:
Astrid Willer und Anzhelika Friedrichs
Diakonisches Werk Hamburg-West/Südholstein
Flüchtlings- & Migrationsarbeit
Ochsenzoller Str. 85, 22848 Norderstedt
Tel. 040 32599855, Fax 040 5262660
Erfolgreich mit Vielfalt - Interkultureller Kalender 2012 erhältlich
Das Projekt Interkulturelle Öffnung hat auch dieses Jahr zum Jahreswechsel fü die Terminplanung im Betrieb, der Einrichtung oder dem Verein einen Interkulturellen Kalender erstellt
Erfolgreich mit Vielfalt ist das Motto des Interkulturelle Kalenders 2012. Damit möchten auch mit Blick auf den bevorstehenden Fachkräftemangel auf die Chancen, die die Einbeziehung und Gestaltung von Vielfalt in der Arbeitswelt bietet, aufmerksam machen.
Der diesjährig Kalender ist als Wandplakat im DIN A 1 - Format konzipiert. Zur Ansicht klicken Sie
hier.
Er kann kostenlos beim Projekt Interkulturelle Öffnung unter interkulturelle.arbeit(at)diakonie-hhsh.de bestellt werden.
Auftaktveranstaltung „Handwerk ist interkulturell“ und Verleihung der Unterzeichnerurkunden der Charta der Vielfalt am 14.9.2011 in Lübeck
„Wir fördern Vielfalt – Schleswig-Holsteiner Unternehmen unterzeichnen die Charta der Vielfalt“ unter diesem Motto überreichte Sven Schindler, der Senator für Wirtschaft und Soziales der Hansestadt Lübeck, die Unterzeichnerurkunden der „Charta der Vielfalt“ an fünf Lübecker Betriebe und Vereine.
Den Rahmen dafür bot am 14. September 2011 eine gemeinsame Veranstaltung der Projekte „Handwerk ist interkulturell“ der Handwerkskammer Lübeck und „Interkulturelle Öffnung“ des Diakonischen Werkes Hamburg West/ Südholstein. Beide Projekte sind Partner im Netzwerk „Land in Sicht – Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“.
Die Handwerkskammer gab bei der Veranstaltung dem neuen Projekt „Handwerk ist interkulturell“ den offiziellen Startschuss. „Das Projekt wird mit den anderen Partnern aus dem Netzwerk einen Beitrag zur Reduzierung des Fachkräftemangels leisten“, so Christian Maack, Geschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck. Ziel des gesamten Netzwerkes sei es, mit Hilfe von Einzelberatungen, Schulungen, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit in Schleswig-Holstein ein Klima zu schaffen, das die Integration auch von Flüchtlingen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus unterstützt. „Angesichts des bereits vorhandenen Fachkräftemangels und fehlenden Auszubildenden in Betrieben müsse auch diese Zielgruppe mit einbezogen werden“ sagte Heidi Näpflein als zuständige Projektleiterin.
Eine gelungene Integration kann nur erreicht werden, wenn die „Aufnahmegesellschaft“, vor allem alle relevanten Arbeitsmarktakteure dazu beiträgt. Erfreulich ist deshalb, dass das Projekt „Interkulturelle Öffnung“ fünf Lübecker Betriebe als neue Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“ gewinnen konnte, die im Rahmen der Veranstaltung in der Handwerkskammer gewürdigt wurden. Die „Charta der Vielfalt“ beinhaltet ein Bekenntnis zu mehr Vielfalt im Betrieb und will den Blick u.a. auf die Potenziale von Migrantinnen und Migranten lenken. Die Charta wurde bundesweit bisher von über 1000 Unternehmen unterzeichnet.
Sven Schindler, Senator für Wirtschaft und Soziales der Hansestadt Lübeck, überreichte die Unterzeichner-Urkunden und betonte die Wichtigkeit der Erschließung der Potenziale von Migrantinnen und Migranten für die Wirtschaft. Folgende Lübecker Betriebe und Vereine unterzeichneten die „Charta der Vielfalt“: Haus der Kulturen e. V., die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, Fa. Junge. Die Bäckerei, Fa. Feinmechanik Wache und die Volksbank Lübeck. Alle bekannten sich mit ihrer Unterschrift zur Förderung von Vielfalt in ihren Unternehmen.
In Schleswig-Holstein gehören auch der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Dräger, der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, die Campbell’s Germany GmbH, der Elmshorner Einwandererbund, der Verkehrsverbund Hamburg-Holstein/ Pinneberger Verkehrsgesellschaft, der Paritätische Schleswig-Holstein und das Lübecker Traditionshaus Niederegger bereits zu den Unterzeichnern der Charta.
Das Projekt „Interkulturelle Öffnung“ steht interessierten Betrieben mit seinen Beratungs- und Schulungsangeboten zur Interkulturellen Öffnung und Interkulturellen Kompetenz weiterhin zur Verfügung.
Das Projekt „Handwerk ist interkulturell“ startete mit Themenprojekten, wie einer Fahrradwerkstatt „Hilfe zur Selbsthilfe“ und einem Gartenprojekt, in denen Flüchtlinge ihr vorhandenes Wissen und Können unter Anleitung von Meistern zeigen können. Da ihnen die in Deutschland erforderlichen Zeugnisse fehlen, ist dies ein Weg, der anschließend über Betriebs-Praktika zu Ausbildung und Arbeit führen soll.
Interkultureller Kalender 2011 für Unternehmen und Betriebe
Das Projekt Interkulturelle Öffnung im Netzwerk Land in Sicht hat einen Interkulturellen Kalender erstellt mit Informationen zum Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge und zu Chancen von Vielfalt im Betrieb. Der Kalender enthält neben dem Informationsteil 12 Monatsblätter mit Feiertagen aus aller Welt. Er ist konzipiert als Handreichung für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, ist aber auch ein hilfreiches Planungsinstrument für ARGEn, Agenturen, Weiterbildungsträger oder Migrationsfachdienste.
Sie können den Kalender hier zur Ansicht herunterladen:
Der Kalender ist kostenlos zu beziehen bei:
Diakonisches Werk Hamburg-West/Südholstein
Projekt Interkulturelle Öffnung
Ochsenzoller Str. 85, 22848 Norderstedt
Tel. 040-32599855, Fax 0431-5262660
Oder per e-mail: interkulturelle.arbeit(at)diakonie-hhsh.de
Schleswig-Holsteiner Unternehmen unterzeichnen die Charta der Vielfalt - Dokumentation der Veranstaltung "Wir fördern Vielfalt" am 30.8.2010 in Kiel
Projekt Interkulturelle Öffnung:
Urkundenverleihung Ansporn für weitere Öffnung der Betriebe
Auf Einladung des Projektes Interkulturelle Öffnung der Diakonie Hamburg-West/Südholstein nahmen am 30.8.2010 im Rahmen einer Veranstaltung im Haus der Wirtschaft in Kiel vier Schleswig-Holsteiner Unternehmen Urkunden für die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt entgegen. Die Charta beinhaltet ein Bekenntnis zu mehr Vielfalt im Betrieb und will den Blick auf die Potenziale von Migranten und Migrantinnen lenken. Die Charta wurde bundesweit bisher von über 800 Unternehmen unterzeichnet.
In Schleswig-Holstein gehören nach dem Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Dräger, dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein und der Campbell’s Germany GmbH jetzt auch der Elmshorner Einwandererbund e.V., der Verkehrsverbund Hamburg-Holstein/ Pinneberger Verkehrsgesellschaft, der Paritätische Landesverband Schleswig-Holstein und nicht zuletzt das Lübecker Traditionshaus Niederegger zu den Unterzeichnern der Charta.
Susann Bollmann von der Regiestelle der Charta in Berlin, die die Urkunden überreichte, begrüßte diesen Zuwachs und wünschte sich, dass die Idee
der Charta durch die weiteren Unterzeichnenden auch im Norden mehr an Boden gewinnt.
"Wenn wir uns die demographische Entwicklung ansehen, ist absehbar, dass die Zahl der Erwerbspersonen in Schleswig-Holstein bis 2025 um 70 000 zurückgeht", sagte Hans Joachim Beckers, Federführer Ausbildung der IHK Schleswig-Holstein in seinem Grußwort. "Auf der anderen Seite haben wir einen wachsenden Anteil an Personen mit Migrationshintergrund, weil wir ein Zuwanderungsland sind." Von bundesweit rund 82 Millionen Menschen haben 15,6 Millionen einen Migrationshintergrund. Das zeige, dass man sich schon unter quantitativen Gesichtspunkten Gedanken über Integration machen müsse. Leider gebe es trotz mancher Erfolge noch viel zu tun, sagt Beckers. Judith Hempe wies für den Unternehmensverband Nord auf die Hindernisse insbesondere für jugendliche Auszubildende hin, die oft weniger Chancen als junge Deutsche mit gleichem Schulabschluss hätten.
Volker Kotte vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) untermauerte den Bedarf und veranschaulichte eindrücklich anhand von Statistiken die Nachwuchslücke, die dem Arbeitsmarkt nach demographischen Berechnungen schon 2020 droht. Kotte erklärte, es sei nicht nur der viel diskutierte Fachkräftemangel, dem es zu begegnen gelte, sondern der Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials insgesamt. Um diesen Trend abzumildern, müssten dringend bislang nicht genutzte Personalreserven erschlossen werden. Dies sei, so Kotte, z.B. denkbar über eine aktivierende Arbeitsmarktpolitik und durch die Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, Älteren und Jüngeren. Insbesondere die Potenziale von Migrantinnen und Migranten müssten stärker berücksichtigt werden. Ihre Erwerbsquote lag 2007 lediglich bei 59,3% gegenüber 71,2% bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Hier gelte es auch strukturelle Hürden abzubauen, mahnte der Arbeitsmarktforscher.
Nicht selten werden Bewerber und Bewerberinnen schon wegen ihres ausländischen Namens aussortiert, berichtete Dr. Rita Panesar, Mitarbeiterin bei der Hamburger Koordinierungs- und Beratungsstelle zur beruflichen Qualifizierung von jungen Migrantinnen und Migranten (KWB e.V/BQM). Die Einstellungstests vieler Betriebe seien nicht "kultursensibel". Durch sie würden zum Beispiel interkulturelle Fähigkeiten - wie besondere Sprachkenntnisse – nicht deutlich. Die Beratungsstelle hat unter anderem interkulturelle Einstellungsverfahren entwickelt, die Betriebe für eine adäquate Personalauswahl nutzen können.
Flüchtlinge hätten es bei der Arbeitssuche nicht zuletzt aufgrund rechtlicher Hürden besonders schwer, stellte die Koordinatorin des Netzwerkes Land in Sicht – Arbeit für Flüchtlinge in Holstein, Johanna Boettcher, fest. Die Projekte des Netzwerkes konnten dennoch viele Flüchtlinge in Praktika und Arbeit vermitteln, allerdings in der Regel in niedrig entlohnte Tätigkeiten, weit unterhalb ihrer im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen.
Selbst in einem Sozialverband wie dem PARITÄTISCHEn sei es nicht selbstverständlich, dass die Belegschaft interkulturell zusammengesetzt sei, konstatierte dessen geschäftsführender Vorstand Günter Ernst-Basten. Die Beteiligung des Paritätischen an der Koordination des Netzwerkes Land in Sicht! sei daher kein Grund sich zurückzulehnen.
Günter Ernst-Basten, (Der PARITÄTISCHE), Dr. Thomas Becker (VHH-PVG),
Hayri Öznarin (Einwandererbund e.V.), Holger Strait (Niederegger)
Der Firmeninhaber Holger Strait betonte, Niederegger sei zwar ein Traditionshaus, aber weltoffen. Als Exporteur in 40 Länder der Welt und Einkäufer von Rohstoffen rund um den Globus werde im Unternehmen längst eine Vielfalt gelebt. Von den 700 Beschäftigten der Firma hätten 50 keinen deutschen Pass, 75 Mitarbeitende hätten inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Vielfalt werde bei Niederegger als Chance gesehen, so Strait.
Dies bestätigte Dr. Thomas Becker, Vorstand des Verkehrsverbundes Hamburg-Holstein/ Pinneberger Verkehrsbetriebe, der als zweitgrößter Busverkehrsbetrieb in Norddeutschland über 1500 Mitarbeitende und 80 Auszubildende beschäftigt, davon viele mit Migrations-hintergrund.
Der Einwandererbund unterzeichnete die Charta als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb mit 34 Mitarbeitenden. Beschäftigte und Mitglieder zusammengenommen – seien über 100 Nationen im Elmshorner Einwandererbund e.V. vertreten, so Geschäftsführer Hayri Öznarin. Einwanderung sei gesellschaftliche Realität, die es positiv zu gestalten gelte.
Die Unterzeichnenden waren sich einig, dass die Urkundenverleihung für sie Ehre und Ansporn zugleich sei, sich noch intensiver für Diversität in ihren Betrieben einzusetzen.
Die Mitarbeiterinnen des Projektes Interkulturelle Öffnung im Netzwerk Land in Sicht!, appellierten abschließend an die rund 50 Teilnehmenden, das Beispiel der vier neu unterzeichnenden Firmen und Verbände weiterzutragen. Der Stein für mehr Kooperation und gemeinsame Bemühungen von Wirtschaft, Arbeitsverwaltung und Migrationsfachdiensten sei ins Rollen gebracht und ein Anfang zu mehr Austausch und Vernetzung gemacht.
Unterzeichner und Veranstaltende: v. l. n.r. A. Willer, A. Friedrichs, G. Ernst-Basten, Dr. Th. Becker, J. Boettcher, S. Bollmann, H. Öznarin, H. Strait
Das Projekt Interkulturelle Öffnung steht auch anderen interessierten Betrieben mit seinen Beratungs- und Schulungsangeboten zu Interkultureller Öffnung und Interkultureller Kompetenz gern zur Verfügung.
Kontakt
Astrid Willer, Anzhelika Friedrichs
Diakonisches Werk Hamburg/West-Südholstein
Projekt Interkulturelle Öffnung
Tel: 040-32599855, Interkulturelle.arbeit(at)diakonie-hhsh.de
Referate:
Volker Kotte, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung:
Demographischer Wandel - Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein
Dr. Rita Panesar, KWB e.V./BQM:
Vielfalt als Potenzial - Strategien und Instrumente zur interkulturellen Öffnung in Unternehmen
Johanna Boettcher, Netzwerk Land in Sicht! - Arbeit für Flüchtlinge in Holstein
Ausblick und Ergebnisse des Netzwerkes Land in Sicht!
Susann Bollmann, Regiestelle der Charta der Vielfalt, Berlin:
Vorstellung der Charta der Vielfalt
Weitere Informationen zur Charta der Vielfalt: www.vielfalt-als-chance.de
Broschüre 2009. Projekt Interkulturelle Öffnung - Ziele, Inhalte, Praxis
Die Broschüre beschreibt die Herangehensweise, Ziele und erste Erfahrungen aus der Praxis im Projekt Interkulturelle Öffnung.
Sie können die Broschüre
hier herunterladen oder kostenlos über die Projektadresse beziehen.



